Personaler erwarten stark steigende Rolle der künstlichen Intelligenz

Künstliche Intelligenz wird im Personalwesen deutscher Unternehmen fast ein Viertel der künftigen Aufgaben übernehmen, darunter vor allem Routinetätigkeiten. Damit einher geht ein Rückgang der Zahl der Mitarbeiter:innen im Personalwesen des eigenen Unternehmens um 8,4 Prozent, in anderen Betrieben sogar um 17 Prozent, erwarten 181 Teilnehmer:innen der Umfrage "Einsatzmöglichkeiten der Künstlichen Intelligenz im Personalwesen" des Fachgebiets Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt. Fast zwei von fünf befragten Unternehmen setzen bereits KI ein, besitzen also deutlich mehr Erfahrung mit der Technologie als der Durchschnitt der Unternehmen in Deutschland.

Etwa jedes vierte Unternehmen hat Künstliche Intelligenz schon im Personalbereich eingesetzt. Zwei Drittel davon mit positiven Erfahrungen; ein Drittel hat negative Effekte beobachtet. In den kommenden fünf Jahren versprechen sich die Befragten von der KI vor allem Unterstützung bei Verwaltungsaufgaben wie der Lohnabrechnung, der Personalsuche/-akquise und der Personalauswahl.

Die Einschätzung, ob Mensch oder Maschine der bessere Recruiter ist, bringt ein klares Ergebnis: Der Mensch erledigt diese Aufgabe besser – heute und auch noch in zehn Jahren, auch wenn der Vorsprung gegenüber der KI nach Einschätzung der Befragten schmilzt. Die Bewertung der Mitarbeiter oder des Potenzials der Führungskräfte wird der KI ebenfalls nur selten zugetraut.

Große Hoffnungen auf die Zukunft zeigen die Befragten in ihrer Einschätzung, wie fruchtbar die Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI wird. Beobachten heute nur 8 Prozent schon eine ertragreiche Kooperation zwischen Mensch und Maschine, erwarten dies zwei Drittel in zehn Jahren.

Insgesamt geht der Großteil der Befragten von einem deutlich steigenden Stellenwert der KI in ihrem Unternehmen aus: Messen heute nur 18 Prozent der KI einen sehr hohen oder hohen Stellenwert bei, klettert dieser Wert in zehn Jahren auf 74. Als wichtigstes Motiv für die Einführung dieser Technologie nannten die Befragten Effizienzsteigerungen und „am Puls der Zeit zu sein“. Direkt dahinter folgen neue Geschäftsmodelle.

Befragt nach den Beschäftigungseffekten der KI für das gesamte Unternehmen zeichnet sich keine klare Meinung unter den Befragten ab. 46 Prozent rechnen in den kommenden fünf Jahren nicht mit Auswirkungen auf die Zahl der Mitarbeiter:innen in ihren Unternehmen. 29 Prozent erwartet einen KI-induzierten Rückgang der Beschäftigung, während 25 Prozent einen Anstieg vermuten. Interessanterweise sind die Prognosen für andere Unternehmen deutlich pessimistischer: 61 Prozent erwarten an anderer Stelle einen Beschäftigungsrückgang in Folge des KI-Einsatzes. Im Durchschnitt wird ein Stellenabbau in fremden Häusern um etwa 10 Prozent erwartet.

Der erwartete Stellenabbau korreliert mit dem Anteil der Aufgaben, die KI übernehmen wird: 22 Prozent der Aufgaben, die heute in ihrem Unternehmen anfallen, könne die KI in den kommenden fünf Jahren erledigen. In anderen Firmen wird dieser Anteil auf 30 Prozent geschätzt.

Als wichtigste Hürde für einen erfolgreichen KI-Einsatz wurde der Mangel an Spezialisten genannt, gefolgt vom Datenschutz und zu hohen Kosten. Auch die Ängste der Mitarbeiter:innen und fehlende Daten sind nennenswerte Hürden.

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